Nunkirchen (rup). Experiment gelungen: Das erste Inklusions-Golfturnier im Saarland wurde auf Anhieb ein voller Erfolg. 30 Golfer mit den verschiedensten körperlichen Handicaps aus ganz Deutschland waren begeistert, zumal sich der Golfclub Weiherhof als guter Gastgeber erwies. „Das hat  wirklich Spaß gemacht,“ schwärmte der Contergan-geschädigte Heinz Barmbeck  aus Eichenried, der das erste Mal im Saarland war, vom Hochwald und vom Saarland  aber völlig begeistert war. Viel Lob auch aus dem Mund der anderen Akteure, wie beispielsweise dem beinamputierten Frank Sorber vom Golfclub Maria  Bildhausen, der mit Prothese spielt.

Für Bernd Walsch,  dem blinden  Initiator aus Berlin nichts Neues. Schließlich stammt er aus Völklingen. Dass diese Premiere auf Anhieb  ein voller Erfolg freute ihn jedoch riesig.  Und dabei forderte die  keineswegs einfache Topografie  des  zwar  idyllischen gelegenen, aber   nicht einfach zu spielenden Weiherhof-Golfparks – weil sehr hügelig -die Akteure  mächtig. Dazu kam ein heftiger Wind, der auch dem Ehrengast Eberhard  Gienger  mächtig zu schaffen machte, als er nachmittags aus  gut 1500 Meter mit seinem Fallschirm aus dem Flieger ausstieg.  Nach rund  100 Meter freiem Fall zog er den Schirm und segelte „genüßlich“ ins Golfgelände, um  mit seiner „Matratze“, einem großen weißen Flächenschirm“ trotz der schwierigen Windverhältnisse punktgenau exakt neben dem Clubheim des Golfclubs Weiherhof zu landen.  Die   Turnierteilnehmer und Zuschauer sparten nicht mit Applaus.   Die Schirmherrin des Turniers Wirtschaftsministerin  Anke Rehlinger,  ohnehin nur  wenige hundert Meter Luftlinie entfernt zuhause, hieß zusammen mit Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, Club-Präsident Horst Wintrich  und   Bernd Walsch, dem vierfachen deutschen Meister  der Blinden-Golfer, den ehemaligen Reck-Weltmeister willkommen. . Der noch  63jährige  „Völklinger“ aus Berliner, der am Rande des Turniers alte Freunde aus  der Hüttenstadt traf, beeindruckte  wie  auch die  übrigen Golfer mit Behinderung  mit bemerkenswerten Leistungen. Elke Bormann und  Johannes Diwel „nordeten“ den ehrgeizigen  Blinden-Golfer an jeder Bahn vor jedem Schlag neu  ein    und sagten ihm dann Entfernung und Richtung an.

Die Zuschauer und die Golfer ohne Behinderung konnten im Rahmenprogramm  selbst testen,  mit welchen Handicaps die behinderten Golfer zu kämpfen haben. Mit Schwarzbrille, auf einem Bein stehend oder  mit  nur einem  Arm den Ball zu spielen, machten jedem  die Schwierigkeiten deutlich.  Dabei galt es, eine  zehn Meter entfernte Flasche Cremant zu treffen oder  den Ball in  ein  30 Meter   entferntes kleines Kinderplanschbecken zu befördern. Wem es gelang, wurde mit   einer  Flasche Crement belohnt.

Gewinner gab es aber auch unter den Behinderten-Golfer, Sieger waren dagegen alle   Spieler.

Die  Wettkampf-Klasse A entschied  Margit Stein vor Werner Stein und Walter Berg vom Golfclub Weiherhof für sich, in der Klasse B lag am Ende Claudia Schels Golfclub  Schloß Maxlrain vor Iris Blenk  und Volker Blenk vom Golfclub Kurpfalz, in Front.  Sonderpreise gewannen  Lasse Zietschmann, GC Trier, Elisabeth Horscht, GC Maria Bildhausen, Walter Berg und Margit Stein, beide vom Golfclub Weiherhof.

Ein speziell ausgetüfteltes Punkte-System sorgte übrigens dafür, dass alle Akteure – Behinderte und Nichtbehinderte – annähernd die gleichen Chancen hatten.